''Emmausgang''
Ablauf | Was? | Inhalte/Stichworte | Material |
1. Station: Start |
Einleitende Worte |
„Seit ein paar Jahren finden sich KjlerInnen nach dem Hallenfest bei genießbarer Witterung vor dem Pfarrhof zusammen, um gemeinsam zum Christopherusplatzl gehen. In Anlehnung an die Erzählung, die im Lukasevangelium Kapitel 24, Verse 13-35 beschrieben ist, sie kommt in sonst keinem Evangelium vor. Eine Wegerzählung. Darum werden auch wir uns gemeinsam auf den Weg machen. In Etappen werden wir die Geschichte lesen und uns dazu Gedanken machen, wie diese Erzählung ins heute übertragen werden kann. Die Ausgangslage: Jesus, ein Mensch der fasziniert hat, durch seine Art auf Menschen zuzugehen, der ganz Ohr war, was die Anliegen der Randgruppen in der Gesellschaft war, der es gewagt hat über bestehende Grenzen zu gehen, sich mit Zöllnern und EhebrecherInnen getroffen hat, der mit seinen Gleichnissen den Nerv der Zeit und der Leute getroffen hat. Seine Botschaft: ein neues Miteinander in dem es nicht auf die gesellschaftliche Stellung ankommt, nicht auf die Leitsung, das Mensch sein alleine gnügt um als AdressatIn in Frage zu kommen. Eine Gesellschaftsform, in der Gerechtigkeit ist und Friede. Mitte 30 wird er einer Lobby aus der Priesterschaft zu gefährlich, viele Menschen schließen sich ihm an. Er speist 5.000 (bei Mk 6,30-44, Mt 14,13-21, Joh 6, 1-15, Lk 9,10- 17), er hat irren Zulauf. Viele sehen in ihm den Messias, der schon bei den Ahnen vorhergesagt wurde. Ein Anführer, der das Volk aus der römischen Umklammerung befreit, der den Besatzern zeigt wo es lang geht. Das ist der Palmsonntag „Hosanna“. Und dann, schlittert er von einer Krise in die Nächste – verraten von einem der Seinen, verleugnet und das mehrmals von einem seinem engsten vertrauten, alleine gelassen mit der Last der Anklage und des Kreuzes. Aufgehängt an dem Folterinstrument, das wir noch heute in allen öffentlichen Räumen zum Andenken hängen haben. Begraben in einem Felsengrab – und dann – der Stein ist weg, das Grab ist leer. Den Frauen die das als erste finden will Mann nicht glauben. Ratlosigkeit. In diese Situation hinein wird diese Geschichte erzählt. Lasst uns aufbrechen, in Bewegung kommen. Beginnen wir ganz bewusst mit einem Kreuzzeichen.“ |
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2. Station Bitte |
Lied: Irgendwas das bleibt (Silbermond) |
„Gib mir irgendwas das bleibt – heißt es im Lied – in einer Zeit in der nicht sicher scheint – so hören wir weiter. Für die beiden, deren Geschichte wir jetzt hören, ist alles durcheinander, so als hätte ihnen jemand den Teppich unter den Füßen weggezogen. Nichts ist mehr, wie es sein sollte…“ |
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Lk 24, 15 – 24 Im Kreis gelesen, jeweils wird von einer Person einen Satz vorgetragen. |
15 Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. 16 Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten. 17 Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, 18 und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? 19 Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. 20 Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. 21 Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. 22 Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, 23 fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. 24 Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. |
Bibeltext | |
Überleitung und Fürbitten |
„In der Emmausgeschichte begegnen uns zwei Menschen, zumindest von einem wissen wir den Namen – Kleopas heißt er, die sich den Kopf zerbrechen, die niedergeschlagen sind. Auch in unserer Mitwelt, in unserem Umfeld, gibt es Leute, die nicht ein oder aus Wissen. Ich lade euch ein, eine Fürbitte für jemanden auszusprechen, dem es gerade nicht gut geht oder ein Anliegen zu formulieren und dabei eine Kerze anzuzünden. Wer es nicht laut sagen will kann das auch in Stille tun. Wir wissen: Gedanken können gebündelt die Welt verändern, in diesem Sinn verstehen wir unsere Fürbitten – wir werden unser mögliches tun, dass sich unsere Bitten verwirklichen und wir vertrauen darauf, dass der uns liebende Gott seines dazutut. Wir antworten auf die Fürbitten und Anliegen mit dem Taizeruf „Oh lord hear my pray´r“ |
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Zur Erklärung des Taizé-Rufes |
Im französichen Taizé haben sich rund um den 1915 in der Schweiz geborenen und 2005 verstorbenen Frère (französich: Bruder) Roger Schutz Männer verschiedenster christlicher Konfessionen zusammengefunden und 1949 die "Communaute" (Gemeinschaft) gegründet, um das christliche Ideal der Versöhnung umzusetzen und in ökumenischer Zusammenarbeit zu leben. „Lieben und es mit dem eigenen Leben sagen“ ist Frère Rogers Lebensziel. Die ganz eigene Spiritualität und die Liturgien begeistern weltweit tausende Jugendliche, die dorthin kommen. Auch in Oberösterreich gibt es einige Taizé-Gebetskreise (z.B.: Vöcklabruck, Linz). Zu Silvester finden immer in einer anderen europäischen Stadt Großtreffen statt, zu denen zehntausende Jugendliche kommen. Das nächste Treffen im Sinne des "Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde" ist heuer in Rotterdam. Unsere Bitten bringen wir vertrauensvoll in unserer Runde ein: |
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Taizeruf „Oh lord hear my pray'r“ (Liederquelle 240) und freie Fürbitten |
Es ist gut, wenn sich als Eisbrecher jemand vom Vorbereitungsteam etwas vorüberlegt hat, das er/sie anfangs einbringt. Das erleichtert es den anderen fortzusetzen. |
Liederquellen/ Liedertexte und Gitarre |
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3. Station: Überzeugen und überzeugt sein. |
Lk 24, 25- 29 |
25 Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. 26 Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? 27 Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht. 28 So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, 29 aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. |
Bibel |
Paargespräch |
„Geht als Paar zusammen, erzählt euch jeweils eine Situation, in der ihr jemanden anderen von etwas überzeugen wolltet, was euch aufgegangen ist bzw. klar geworden ist. Wie hat der /die andere reagiert, wie habt ihr versucht euch verständlich zu machen. Wie geht es euch damit andere Menschen (vielleicht eure KlassenkollegInnen oder jemanden in der Firma in der ihr arbeitet eure Überzeugung als ChristIn zu vermittlen, was erleichtert das, was erschwert es?) von der Sache Jesu zu überzeugen?“ |
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4. Station: Agape-Mahl halten |
„Manchmal feiern wir“ (Liederquelle 221) |
„Wer singt betet doppelt‘ pflegt unser Diözesanjugendseelsorger in Anlehnung an den Hl. Augustinus zu sagen.“ |
Liederquelle/ Liedertexte und Gitarre |
Lk 24, 29- 32 |
30 Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. 31 Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. 32 Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss |
Bibel | |
Gemeinsames Frühstücken mit den mitgebrachten Speisen, erleben des Sonnenaufgangs. |
„Das gemeinsame Mahl halten - Kommunion halten – Kommunizieren, das ist etwas ganz zentrales in unserer christlichen Praxis. In der Messe werden Brot und Wein verwandelt und werden zur realen Gegenwart Jesu. Diese Wandlung betrifft nicht nur die Gaben am Tisch, sie betrifft auch unser Leben. Wer in die Wirklichkeit der Auferstehung hineingenommen ist und das sind wir durch unsere Taufe, für den wandelt sich im Erinnerungsmahl auch sein Alltag. Der Horizont wird weiter, vieles relativiert sich, manche neue Perspektiven eröffnen sich.“ |
Besteck und Becher für Tee |
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Vor dem Aufbrechen |
Impuls |
„Kraftquelle Begeisterung. Menschen die verliebt sind, leben oft von Luft und Liebe, wie es sprichwörtlich heißt, sie fühlen sich so beflügelt, dass sie scheinbar keine feste Nahrung brauchen, zumindest habe ich das selber auch schon erlebt. Menschen die begeistert sind von einem Erlebnis, strahlen das aus mit ihrem ganzen Tun, motivierend ansteckend. Die Gemeinschaft, von der wir uns getragen finden, das Treffen von Freundinnen und Freunde, die uns verstehen kann ebenso wirken. Für andere ist es der Sonnenaufgang, den wir erleben… Was begeistert mich, wenn ich in meinen Alltag blicke. Woher nehme ich meine Energie? Was gibt mir Kraft? (Kurze Stille um Darüber nachzudenken) Die Emmausjünger, denen die Augen aufgegangen sind waren jedenfalls so fasziniert von ihrer Begegnung, dass sie nicht einfach zur Tagesordnung übergehen konnten. Noch in der selben Stunde brechen sie wieder von zuhause auf und erzählen denen, die es hören wollen von ihrem Zusammentreffen mit dem Auferstandenen.“ |
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Lk 24, 33- 35 |
33 Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. 34 Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. 35 Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. |
Bibel | |
Vater Unser | Dabei im Kreis stehen und einander die Hände reichen | ||
Aufbrechen | Wegsegen |
4 LeserInnen: „Gott segne deinen Weg die sicheren und die tastenden Schritte die einsamen und die begleiteten die großen und die kleinen
Gott segne dich auf deinem Weg mit Atem über die nächste Biegung hinaus mit unermüdlicher Hoffnung die vom Ziel singt, das sie nicht sieht mit dem Mut, stehen zu bleiben und der Kraft, weiterzugehen
Gottes Segen umhülle dich auf deinem Weg wie ein bergendes Zelt Gottes Segen nähre dich auf deinem Weg wie das Brot und der Wein Gottes Segen leuchte dir auf deinem Weg wie das Feuer in der Nacht
Geh im Segen und gesegnet bist du wohin der Weg auch führt.“
Abschließendes Kreuzzeichen |